CouchPotato
Meine erste „ernsthafte“ iPhone App, eine Fernsteuerung für die MediaPortal Software.

Das hier ist eine Geschichte aus der Zeit vor Netflix und FireTV, als man sich noch die eigenen DVDs auf die Festplatte rippte und einen eigenen Media Center PC für’s Anschließen an den Fernseher baute.
Ich setzte damals auf MediaPortal und war von den Möglichkeiten, der Community und der Erweiterbarkeit durch Plugins sehr begeistert. Was mich störte war, dass man normalerweise eine Tastatur am Fernseher hängen hatte und damit durch die eigenen Medien navigiert ist sowie Abspielen, Pause und anderes drücken musste.
Es war die Zeit als das iPhone nach Deutschland kam und ich mir, in der zweiten oder dritten Welle der Early Adopter, mein 3GS gönnte. Bei der Arbeit evaluierte ich gerade, wie man das Wetter auf das iPhone bringen kann - was zu einer App führte, die lange Zeit Platzhirsch in den deutschen Top 10 App Store Charts war - und ich wollte lernen, wie man Apps für das iPhone programmiert.
Da ich am besten mit einem komplexen Ziel vor den Augen lerne, welches ich wirklich gerne erreichen möchte, kam mir die Idee einer Fernsteuerung für MediaPortal gerade recht.
Den Weg ebnen
Bevor es überhaupt mit der App losgehen konnte, brauchte ich einen Weg, über den das iPhone mit MediaPortal sprechen kann.
Dies war von Haus aus nicht möglich, aber glücklicherweise stellte MediaPortal eine gute Schnittstelle für Plugins bereit. Ich baute mir also ein eigenes MediaPortal Plugin namens WifiRemote, welches einen Socket Server erstellte, darüber Befehle von außen an MediaPortal weiterleiten und Informationen von MediaPortal nach außen schicken konnte.
Die App

Die Nutzer konnten mit den Pfeiltasten durch die MediaPortal UI navigieren, zurück auf den Home Bildschirm gehen, die Lautstärke ändern und natürlich auch die Wiedergabe steuern. In einem von iTunes inspirierten Display am oberen Rand sah man, was gerade ausgewählt war oder was gerade abspielt.
Durch Tippen auf das Display konnte man sich dazu auch Details anzeigen lassen:

Außerdem gab es eine Liste von installierten Plugins, mit der man zum Beispiel direkt zu seinen Filmen oder Serien springen konnte, sowie ein Menü um MediaPortal auszuschalten oder neuzustarten:


Version 2
Nach dem Erfolg von CouchPotato und der Inspiration, die das dazugehörige Plugin anderen MediaPortal Entwicklern gegeben hatte, ergaben sich neue Möglichkeiten. Mit MPExtended kam ein neues Plugin in die Szene, welches deutlich mehr Informationen über die Metadaten der Medien zur Verfügung stellte und auch HLS Live Streams von Medien bereit stellte.
Das war für mich Grund genug um alles was ich gelernt hatte zu nehmen und mit Version 2 von CouchPotato zu starten.
Hier konnte ich all das, was ich in den letzten Jahren gelernt hatte in die App einbringen und ich arbeitete auch mit Christian, einem talentierten Designer, zusammen um die App richtig hübsch zu gestalten. Version 2 hatte ich in einer Beta Version veröffentlicht und es enthielt viele Dinge die ich mir erträumt hatte: Das Browsen der eigenen Medien und Streaming direkt auf das eigene Telefon.


Letzeres war aber auch der Schwachpunkt, da die Unterstützung für HLS auf der MPExtended Seite nicht wirklich stabil war. So konnte und wollte ich die neue CouchPotato Version nicht veröffentlichen. Inzwischen gab es dann auch Netflix und Co., was meine Nutzung von MediaPortal selbst auf null gesenkt hatte …