James Bond – Ein Quantum Trost

Am Mittwoch ging es in’s Kino, die Vorpremiere des neuen James Bond Streifens „007 – Ein Quantum Trost“ stand auf dem Programm.
Der Name des Films ist ja schonmal ziemlich bescheiden, wie steht es da um den Inhalt? Mehr dazu, vor allem meine eigene Meinung, später im Text!

Das Drumherum

Die Vorpremiere fand im Cineplex in Singen statt. Vor dem Kino hatte ein Autohaus ein nettes Auto im James Bond Stil aufgebaut und ein bemittleidenswerter Mitarbeiter des Autohauses durfte daneben stehen und die Fragen der Leute beantworten. Im Kino drin dann ein Auto, welches sich mancher Besucher wohl im Vergleich zu dem draussen leisten konnte, ich glaube es war der neue Ford Ka (oder wie man das schreibt). Ob der was mit der Premiere zu tun hatte – ich glaube nicht.

Oben gab es dann so eine Art Empfang, eine Bar schenkte Martini aus, alle Angestellten des Kinos liefen in Anzug bzw. Kleid herum. Das war lustig. In allen Kinos lief dann wohl gleichzeitig der Film. Vor dem Start drehte der Kinoleiter (?) noch eine Runde und gab die Gewinner eines Gewinnspiels bekannt, das irgendwie an uns vorbei gegangen war.

Insgesamt also ganz nett aber nichts wirklich spektakuläres oder notwendiges. Allerdings wurde so eine ganz schöne Atmosphäre aufgebaut, die ein bisschen Erwartungen an etwas besonderes  weckte.

Der Film

Als dann der Film los ging, war ich etwas überrascht, dass er ziemlich direkt an den vorigen Teil „Casino Royal“ anzuknüpfen schien. Ich rate euch dringend, bevor ihr in „Ein Quantum Trost“ geht, euch den Film aus dem letzten Jahr noch einmal anzuschauen. Viele Sachen setzen einfach voraus, dass man weiss worum es darin ging.

Damit wäre ich auch schon bei einem der größten Schwachpunkte des Films: Der Story. James Bond jagt den für den Tod seiner Freundin aus Casino Royal verantwortlichen, der wohl irgendwas mit einer extrem geheimen Organisation zu tun hat. Dabei kommt er wegen seiner Methoden und der Bemühungen eines professionellen Länder-Destabilisierers (tolles Wort :D) mit dem eigenen Geheimdienst und seiner Chefin M in Konflikt. Das ganze artet in eine Jagd um die ganze Welt aus, wie man es von 007 Filmen kennt und erwartet.
Soweit eigentlich so gut, leider schafft es der Film nicht wirklich die Ideen umzusetzen. Eigentlich ist alles was passiert relativ egal, auch die größere Hintergrundgeschichte um die Geheimorganisation wird mit einem Achselzucken abgehandelt. Durchaus merkwürdig. Ich vermute mal, dass es um die Charakterentwicklung des Herren Bond vom draufgängerischen Egomanen zu Her Majesties Best geht. Das ist auch ganz nett, aber irgendwie nicht tief und ausreichend genug.

Auch wenn die Story nicht wirklich das Potential hat, einen vom Hocker zu hauen, ist sie wirklich sehenswert umgesetzt.
Vom mal wieder genialen Intro hin zu den wunderschönen Aufnahmen der verschiedensten Locations über die toll motivierten Kamerafahrten und die Musik ist das wirklich ein Spektakel.
Der einzige Kritikpunkt daran sind in meinen Augen die Actionszenen, die teilweise zwar gut aber viel zu oft zu hektisch und verworren ausgefallen sind. Eigentlich dachte ich dieses „Handkamera uuuuund WACKELN!!“ Phänomen wäre nicht mehr aktuell, aber ich habe mich wohl geirrt. In vielen Kämpfen konnte wegen des Gewackels, der extrem nahen Kamera und den schnellen Schnitten nicht mehr wirklich feststellen wer wo ist und gerade was macht – und damit geht für mich der Sinn solch einer Szene verloren. Man lehnt sich dann halt zurück und wartet, wie Mitschke es so passend ausgedrückt hat, ab, was passiert. Oh, Bond hat eine Waffe in der Hand und der andre ist tot? Alles klar!

Fazit

Man sollte den Film auf jeden Fall gesehen haben, allein schon weil es ein James Bond ist. Die magere Story gegen die tolle Aufmachung abzuwägen ist aber wohl eine persönliche Entscheidung. Ich fand ihn trotz allem ganz gut, meine Begleiter sprachen vom „schlechtesten Bond aller Zeiten“. Da gehen die Meinungen auseinander.
Auch sehr schade, dass viele Essentielle Bond Dinge gefehlt haben. Kein Q, keine Gadgets bis auf das Handy und den Minority Report ähnlichen Multitouch Monitor (der aber einen ziemlich Zweckbefreiten Eindruck machte, hauptsache man hat ein bisschen modernen Schnickschnack drin), keine Miss Moneypenny. Dafür bekommt man viele wirklich künstlerische Bilder und mal wieder einen ganz guten Daniel Craig als Bond.


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